Eibsee, Drachensee, Seebensee, Frische Luft. In Gegenden wie dieser hat der Begriff eine echte Daseinsberechtigung. Seit wenigen Monaten erst wohnen wir nicht mehr in meinem geliebten Berlin, sondern in einem eher dörflichem Kontext in der Nähe von München. Für mich ist das eine echte Umstellung. Ich bin Städter, daher fiel mir diese Entscheidung nicht leicht. 4 Millionen Menschen vs. 4.000. Stadtdschungel vs. Nadelwälder. Plötzensee vs Wörthsee, Streetphotograpy vs. Landscapephotography. Doch ab sofort heißt es das volle Potenzial des Alpenraums nutzen! Ich hisse die anti-urbane Flagge und werde Outdoorer. Meine Fuji X-T2 und ich werden das schon schaffen. Und auf diesem speziellen Ausflug in das „Zugspitzland“ würde alles dabei sein, um die ganze Bandbreite des Fujifilm-X-Trans-Sensors zu fordern; und meine hochalpinen Skills (ich habe keine). Als weitere Challenge für die heutigeFotoserie habe ich beschlossen, ausschließlich mit den Fujifilm Filmsimulationen zu fotografieren und nur Jpegs zu verwenden. Doch zunächst hieß es erstmal: losfahren.

Sidestory

Es sollte die letzte gemeinsame Fahrt mit unserem geliebten Volvo werden. Ok, von Liebe zu sprechen, ist natürlich total bekloppt, aber ich mag/mochte den Wagen einfach. Der V50 war schlicht, solide und hat noch jede Bodenwelle weg gebügelt. So geht gemütliches Reisen. Damit wir diese letzte Reise auch so richtig auskosten, haben wir beschlossen im Kofferraum zu übernachten. Ich bin 1,90m und habe ziemlich schnell gemerkt, dass die Idee im Kontext von Schlafkomfort keine gute Idee gewesen ist. Aber hey, ich hab noch nie in einem Kofferraum geschlafen. Das kann ich also von meiner Liste nehmen. Darüber hinaus hat mich die Nacht in meinem Entschluss bestärkt auf ein Dachzelt zu sparen. Wenn man hier im Süden von Deutschland wohnt, hat man ohnehin das Gefühl, dass ein Auto ohne Dachzelt drauf nicht komplett ist. But that´s a different story.

Foto vom Eibsee
Einmal um den Eibsee herum. Fotografiert mit der Fujifilm X-T2 und Filmsimulation Classic Chrome *Stephan Schaar, Fotograf in München

Rund um den Eibsee

Zurück zum Ausflug. Wir starteten am Abend vom Wörthsee und statteten dem leuchtenden Eibsee einen Besuch ab. Im Anschluss würden wir dann unser Nachtlager auf einem Parkplatz in Ehrwald beziehen. Der Eibsee gehört mittlerweile bestimmt zu den meist fotografierten Seen und als Instagrammer hast du ein Foto davon in deinem Stream zu haben. Hab ich jetzt noch nicht, aber hier Blog nun schon. Noch was von der Liste. Scherz beiseite, der See ist zurecht so ein beliebtes Motiv. Er liegt der Zugspitze zu Füßen und kleidet sich in smaragdfarbende Gewänder. Gegen Abend beziehen auf der Westseite des Ufers Fotografen ihr Sonneuntergangsquartier. Ich war mit meiner Frau unterwegs und wollte ihr das stundenlange Warten ersparen. Daher gibt es hier nur einen Pärchenshot und ein kurzzeitbelichtetes Abendfoto aus der beliebten Nachtpersepektive. Für alle, die interessiert, was man da für schöne Bilder machen kann, empehle ich mal auf Instagram den Eibsee aufzusuchen. Wahnsinn!

Foto vom Aufstieg zum Seebensee
Hier geht es zum Seebensee und in Richtung Coburger Hütte. Fotografiert mit der Fujifilm X-T2 und Filmsimulation Classic Chrome *Stephan Schaar, Fotograf in München

Der Aufstieg zum Seebensee hat begonnen. Fotografiert mit der Fujifilm X-T2 und Filmsimulation Classic Chrome *Stephan Schaar, Fotograf in München

 

Aufbruch zum Seebensee

Nach der Runde um den See ging es dann rüber nach Österreich, genauer gesagt nach Ehrwald. Dort verbrachten wir die Nacht verbrachten. Am Morgen gab es stärkendes Müsli und keinen Kaffee. Den hatte ich vergessen. Ich! Ich habe Kaffee vergessen! Ich glaube es nicht. Es brauchte die ganze strahlende Kraft der Morgensonne, der Blick in die erwartungsvollen Kulleraugen meines Hundes Moniko und eine feste Umarmung meiner Frau, um nicht trauernd schlurfend, sondern aufrecht männlich den Weg zum Drachensee anzutreten. Ich greife vorweg: den Drachensee habe ich bis heute nicht gesehen. Der Seebensee war aber bereits eine Augenweide und kann ja wohl überhaupt nicht von einem Drachensee getoppt werden. Schaut doch bitte mal auf das Foto. Geht doch kaum besser, oder?

Der Seebensee. Unglaublich schön und ein perfektes Postkartenmotiv. Fotografiert mit der Fujifilm X-T2 und Filmsimulation Classic Chrome *Stephan Schaar, Fotograf in München

Abstieg

Wieso haben wir es nicht bis zum Drachensee geschafft? Während ich auf der Hütte vor dem letzten Hügel zum Seebensee so meinen Kaffee trank, fiel uns ein, dass wir am Nachmittag Zuhause eine Verabredung hatten. Jaha, gut geplant, oder? Schlechte Laune gab es aber trotzdem nicht, denn die Aussicht auf Zugspitze, Tal und See waren einfach überwältigend. Wir haben dann beschlossen etwas total schlaues zu tun: Wir sind den Hohen Gang entlang…abgestiegen. Ja genau! Wir waren die einzigen, die das so herum getan haben. Immer gegen den Mainstream, so macht das ein Berliner. Harrharrrr! Der Preis dafür: Butterweiche Oberschenkel, die meinen Gang aussehen ließen, als würde Götterspeise mein Gewicht halten und nicht irgendwelche Knochen und Muskeln. Moniko hingegen sprang bis zuletzt wie eine Bergziege zwischen all den Felsen hin und her. Dabei bin ich doch im Sternzeichen Steinbock.

Den Abstieg wagen, wo andere hochkraxln. Fotografiert mit der Fujifilm X-T2 und Filmsimulation Classic Chrome *Stephan Schaar, Fotograf in München

 

Fazit zum Ausflug

Ich komme jetzt zum Schluss und entlasse euch in die Fotowelt. Meine abschließende Einschätzung zur gesamten Tour zum Drachensee: In der Pflicht nur 3 Punkte. Wir haben es ja nicht zum Drachensee geschafft. In der Kür aber ganz klar 5.0 Punkte. Campen, Abenteuer, Hochalpine Bergabstiege, Kühe (hallo!?) und ganz viel Zeit mit meiner Familie. Unbezahlbar.
Bis bald…dann etwas gediegener in Meran.

Galerie – Fotos zum Ausflug Eibsee – Ehrwald – Seebensee – Drachensee