Zuviel…Wind…Regen…ah… Wo stand doch gleich geschrieben (visitoslo.com?), Oslo hätte mehr Sonnentage als München. Ach stimmt ja: „Prüfe deine Quellen und zitiere nicht alles aus dem Internet.“ Und „Fake News!“ ist ja auch in aller Munde. Ok, ok, genug. Es hat geregnet, na und?! Im Gegensatz zu Reisen in südliche Gefilde, erwarte ich bei einer Tour in den Norden keine 25 Grad Celsius und Sonnenschein. Ich stelle mich auf ein paar Grautöne und kühle, klare Luft ein. Die Wikinger waren ja schließlich auch nicht für ihren sommerlichen Teint bekannt. Gut, dass meine Fujifilm X-T1 wasserfest ist.

 

 
Beim Schlendern durch Oslo fällt mir sofort der ganz eigene Architekturstil auf. Klare Linien mit einem leichten Hang zur Bombastik. Schaut man sich Gebäude wie das Opernhaus, das Rathaus, das Hafenviertel Tjuvholmen oder den Vigelandpark an, kommt man zu der Überzeugung, das Kompromisse bei der Gestaltung und Umsetzung keine Option gewesen sein können. Das ist sehr erfrischend und beeindruckend zugleich. Nicht nur für Fotografen ergeben sich daraus endlos viele Motive. Und das Spiel aus Bildkomposition und Führungslinien lässt sich hier kinderleicht auf die Spitze treiben.
 
 

Zwischen Kaffee und Architektur

Im Künstler- und Hipsterviertel Grünerløkka hingegen geht es weniger um architektonische Meisterleistungen, als um großartige Bar- und Cafékultur. Kaffee können sie die Osloianer. Ehrlich. Super. Lecker. Von hier lassen sich alle Planungen für den weiteren Reiseverlauf hervorragend gestalten. Im Oslopass, den ich hiermit empfehle, sind die wichtigen Museen und Galerien enthalten. Das gilt auch für den öffentlichen Nahverkehr. So kann einem das trübe Wetter nichts anhaben. Auf diese Weise habe ich Oslo von einer Seite kennengelernt, über die ich mir vorher keine Gedanken gemacht hatte. Für mich stand Norwegen für Natur und „sich draußen“ aufhalten. Wir waren aber mehr in der Stadt und „drinnen“. Diese Seite steht Oslo allerdings ziemlich gut.
 
In den sonnigen Momenten haben wir uns direkt am Hafen an der Aker Brygge aufgehalten. Ebenfalls ein Augenschmaus für Menschen mit einer Vorliebe für moderne Architektur. Hier haben wir den Entschluss gefasst, in nicht allzu ferner Zukunft wiederzukommen, um noch mehr von dem Oslo unter freiem Himmel kennenzulernen. Hier gibt es noch viel zu entdecken und zu fotografieren. Oslo, you quite impressed me.